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Presse
Klartext: Nummer 4 vom Oktober 2007

Arbeitgeberzusammenschlüsse zur Stärkung ländlicher Räume

Der ländliche Raum muss in den nächsten Jahren ernsthaft durch Politik begleitet werden, denn ansonsten bricht dieser Lebens- und Kulturraum endgültig weg.

Während einige mit Nachdruck "Ausnahmen" für den ländlichen Raum fordern, gibt es in anderen europäischen Ländern Beispiele für wirksame Maßnahmen, um bestehende Strukturen zu festigen und zu stärken.

In der Altmark ergab eine Studie der FHS Stendal, dass zwei Drittel aller befragten Klein- und Kleinstunternehmen mit ihrer Entwicklung zufrieden sind, die Auftrags- und Absatzlage ist gut. Die Hälfte dieser Unternehmen sah zum Zeitpunkt der Befragung keine Probleme, was die Fachkräftesituation der Zukunft angeht. In einer zweiten Befragung wurde allerdings deutlich, dass sich die Unternehmen kaum mit Personalentwicklung, also dem Personalmanagement befasst hatten. Für Klein- und Kleinstunternehmen eigentlich auch nicht verwunderlich, denn das Hauptaugenmerk liegt auf dem laufenden Geschäftsbetrieb und alles andere läuft nebenbei.

Dies greift ein Antrag der Bundestagsfraktion der LINKEN auf. Arbeitgeberzusammenschlüsse (AGZ), wie sie in Frankreich seit etwa 1980 erfolgreich praktiziert werden, sind auch in Deutschland möglich, um bestehende Betriebe zu stärken bzw. auszubauen. AGZ sind betriebliche Kooperationen zur Sicherung von qualifiziertem Personal. Gerade in der Land- und Forstwirtschaft, im Hotel- und Gaststättengewerbe gibt es viele saisonale und befristete Arbeitsverhältnisse. Da ist es besonders schwierig auch bei einer hohen Arbeitslosigkeit, qualifiziertes Personal zu finden bzw. zu halten. Hier setzt das Prinzip der AGZ an, prekäre Beschäftigungsverhältnisse werden in feste versicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse umgewandelt, weil mehrere Betriebe sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer teilen.

Erfolgreich werden Arbeitgeberzusammenschlüsse bereits in Jena und im Spreewald praktiziert. Auf einer Beratung mit Akteuren von AGZ im Spreewald wurden die Möglichkeiten und Chancen gerade für den ländlichen Raum aufgezeigt. In Brandenburg prüft man derzeit ernsthaft diesen Weg. Ich meine, Arbeitgeberzusammenschlüsse wären ein Weg, den ländlichen Raum zu stärken.

Katrin Kunert ist kommunal- und sportpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, ihr Wahlkreis ist die Altmark.

Aus: KLARTEXT Landesmagazin der LINKEN Ausgabe 4.2007

Katrin Kunert ist kommunal- und sportpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, ihr Wahlkreis ist die Altmark.

Aus: KLARTEXT Landesmagazin der LINKEN Ausgabe 4.2007



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