Bundestagsabgeordnete beim Paritätischen Wohlfahrtsverband in Stendal
Die
Bundestagsabgeordnete der Linken Frau Katrin Kunert besuchte heute
gemeinsam mit ihrer Fraktionskollegin und kinder- und jugendpolitischen
Sprecherin Frau Diana Golze den Paritätischen Wohlfahrtsverband
in Stendal.
Bei einem Arbeitsgespräch standen zunächst die ambulanten
Angebote in der Schwangeren-, der Familien- und Erziehungsberatung
sowie in der Schuldner- und Insolvenzberatung im Mittelpunkt. Leider
ist ein wachsender Kreis von Betroffenen feststellbar, der ohne Hilfe
seinen Lebensalltag nicht mehr bewältigen kann und oft mehrere
Hilfen gleichzeitig in Anspruch nehmen muss. Der Leiter der Erziehungsberatungsstelle
Herr Pieper sprach davon, dass er und seine Mitarbeiterinnen zum Teil
bereits Hilfesuchende in der dritten Generation betreuen. Eine Situation
die vor allem für junge Menschen ausweglos erscheint und geradewegs
in die Resignation führt. Und die Rahmenbedingungen haben sich
mit den Reformen im Sozial- und Arbeitsrecht erheblich verschärft.
Sorgenvoll blicken die Paritäter in die Zukunft der Schwangeren- und Insolvenzberatung. In beiden Bereichen drohen Gesetzesnovellierungen die Finanzierbarkeit der Angebote in Frage zu stellen. Über die Konsequenzen für die Betroffenen und letztlich dann auch für die Gesellschaft mögen die Mitarbeiterinnen noch gar nicht nachdenken. Sie nach wie vor auf die Weitsicht der Politik. Besagte Gesetzentwürfe befinden sich derzeit in der Diskussion, so dass Änderungen im parlamentarischen Prozess noch möglich sind.
Im Anschluss an das Gespräch besuchten die beiden Abgeordneten
gemeinsam mit der Verantwortlichen des Erziehungsverbundes Altmark
Frau Schmidt die beiden Heime für Kinder und Jugendliche in Stendal.
Stolz präsentierte der 18jährige Patrick, der gerade eine
Ausbildung zum Koch bei der Lebenshilfe e.V. in Tangerhütte absolviert,
sein Zimmer. Auch wenn er sich mittlerweile viel lieber eine eigene,
kleine Wohnung wünscht. Die Suche gestaltete sich bisher jedoch
schwieriger als ursprünglich angenommen. Alle bisherigen Versuche
der Wohnungssuche scheiterten. Einen Umstand, den die Bundestagsabgeordnete
Frau Kunert bei der aktuellen Wohnungsmarktsituation für nicht
nachvollziehbar und nicht hinnehmbar hält. Insbesondere wenn
die Vermutung, Patricks Handicap ist ursächlich für die
vielen Absagen, zutreffend wäre. Bekäme der junge Mann doch
im Falle einer Vermietung einen Betreuer an die Seite gestellt, der
ihm die notwendige Unterstützung geben würde. Patricks Fall
zeigt, gleichberechtigte Teilhabe aller ist eben noch nicht Lebenswirklichkeit.Die
Aufnahme des Sportes in das Grundgesetz ist längst überfällig.




