Für eine neue soziale Idee.


Pressemitteilung
04.10.2007 – Wahlkreis - Katrin Kunert

Bundestagsabgeordnete beim Paritätischen Wohlfahrtsverband in Stendal

 

Die Bundestagsabgeordnete der Linken Frau Katrin Kunert besuchte heute gemeinsam mit ihrer Fraktionskollegin und kinder- und jugendpolitischen Sprecherin Frau Diana Golze den Paritätischen Wohlfahrtsverband in Stendal.
Bei einem Arbeitsgespräch standen zunächst die ambulanten Angebote in der Schwangeren-, der Familien- und Erziehungsberatung sowie in der Schuldner- und Insolvenzberatung im Mittelpunkt. Leider ist ein wachsender Kreis von Betroffenen feststellbar, der ohne Hilfe seinen Lebensalltag nicht mehr bewältigen kann und oft mehrere Hilfen gleichzeitig in Anspruch nehmen muss. Der Leiter der Erziehungsberatungsstelle Herr Pieper sprach davon, dass er und seine Mitarbeiterinnen zum Teil bereits Hilfesuchende in der dritten Generation betreuen. Eine Situation die vor allem für junge Menschen ausweglos erscheint und geradewegs in die Resignation führt. Und die Rahmenbedingungen haben sich mit den Reformen im Sozial- und Arbeitsrecht erheblich verschärft.

Sorgenvoll blicken die Paritäter in die Zukunft der Schwangeren- und Insolvenzberatung. In beiden Bereichen drohen Gesetzesnovellierungen die Finanzierbarkeit der Angebote in Frage zu stellen. Über die Konsequenzen für die Betroffenen und letztlich dann auch für die Gesellschaft mögen die Mitarbeiterinnen noch gar nicht nachdenken. Sie nach wie vor auf die Weitsicht der Politik. Besagte Gesetzentwürfe befinden sich derzeit in der Diskussion, so dass Änderungen im parlamentarischen Prozess noch möglich sind.

Im Anschluss an das Gespräch besuchten die beiden Abgeordneten gemeinsam mit der Verantwortlichen des Erziehungsverbundes Altmark Frau Schmidt die beiden Heime für Kinder und Jugendliche in Stendal. Stolz präsentierte der 18jährige Patrick, der gerade eine Ausbildung zum Koch bei der Lebenshilfe e.V. in Tangerhütte absolviert, sein Zimmer. Auch wenn er sich mittlerweile viel lieber eine eigene, kleine Wohnung wünscht. Die Suche gestaltete sich bisher jedoch schwieriger als ursprünglich angenommen. Alle bisherigen Versuche der Wohnungssuche scheiterten. Einen Umstand, den die Bundestagsabgeordnete Frau Kunert bei der aktuellen Wohnungsmarktsituation für nicht nachvollziehbar und nicht hinnehmbar hält. Insbesondere wenn die Vermutung, Patricks Handicap ist ursächlich für die vielen Absagen, zutreffend wäre. Bekäme der junge Mann doch im Falle einer Vermietung einen Betreuer an die Seite gestellt, der ihm die notwendige Unterstützung geben würde. Patricks Fall zeigt, gleichberechtigte Teilhabe aller ist eben noch nicht Lebenswirklichkeit.Die Aufnahme des Sportes in das Grundgesetz ist längst überfällig.

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