15.04.2008 - Katrin Kunert, Paul Schäfer
Die Altmark darf kein Testfeld für militärische Abenteuer sein
"Dass die Luftwaffe sich erstmals an Manövern in der Colbitz-Letzlinger Heide beteiligt, zeigt, dass die Bundeswehr noch immer keine grundsätzlichen Lehren aus ihrer Niederlage im Streit um das Bombodrom gezogen hat", kommentiert der abrüstungspolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE, Paul Schäfer, die anstehenden Tiefflug-Übungen auf dem Truppenübungsplatz Altmark. Schäfer erklärt weiter:
"Statt angesichts des nahenden Nutzungsverbots für das Bombodrom ihr völlig überholtes Übungskonzept zu überarbeiten, versucht die Luftwaffe, andernorts Tatsachen zu schaffen. Für die neuen Manöverszenarien, mit denen vorsorglich schon mal für eine Ausweitung des Kampfeinsatzes in Afghanistan trainiert wird, kommt dabei das Übungszentrum Heer gerade recht. Dass sie dabei auf die Bedürfnisse der Anwohner keinerlei Rücksicht zu nehmen plant, zeigt sie mit dem Beginn von Tiefflug-Übungen just am Internationalen Tag gegen den Lärm in kaum zu übertreffender Klarheit."
Katrin Kunert, Bundestagsabgeordnete der LINKEN für den Wahlkreis Altmark, ergänzt: "Mit dem Einsatz von Tornado-Jagdbombern über der Colbitz-Letzlinger Heide beweist die Bundeswehr nach Aufkündigung des Heidekompromisses zum wiederholten Mal, dass sie sich nicht mit Fingern zufriedengibt, wenn sie nach Händen greifen kann. Es wird Zeit, eine deutliche Grenze zu ziehen und auch die Beschwerdestelle der Bundeswehr gegen Tieffluglärm (0800 - 8 620 730) intensiv am Protest der Bevölkerung teilhaben zu lassen.
Was DIE LINKE für die Kyritz-Ruppiner Heide fordert, gilt auch für die Colbitz-Letzlinger Heide: Sofortiger Verzicht auf eine militärische Nutzung. Die Region braucht Arbeits- statt Truppenübungsplätze."




