Für eine neue soziale Idee.

Bundestag - Austauschschüler/innen

Austauschschülerin für 2011/12 Juliane Neumann

Bereits seit vielen Jahren setze ich mich mit großem Engagement für das Parlamentarische Patenschaftspro-gramm (PPP) ein.

Sei es, Gasteltern für amerikanische Schüler hier vor Ort zu finden. Oder sei es, jungen Menschen aus der Altmark und Westprignitz eine Tür zu öffnen, Stipendiat/in an einer amerikanischen Schule zu sein. Dieses Programm

 

verspricht auf jeden Fall, vielfältige Erfahrungen zu sammeln, eine neue Kultur kennenzulernen, die eigenen Sprachkenntnisse zu vertiefen.

Am diesjährigen PPP nimmt aus meinem Wahlkreis Juliane Neumann aus Sandau teil. Kurz vor Weihnachten wird Juliane 17 Jahre alt. Vielleicht feiert sie diesen Geburtstag bei ihren neuen Gasteltern. Für ein Jahr lebt und lernt sie in einer Familie in Colorado Springs.

Ich wünsche Juliane eine spannende Zeit und viele interessante Erlebnisse in ihrem neuen Zuhause. Juliane hat mir versprochen, regelmäßig über ihre Erlebnisse zu berichten. An dieser Stelle wollen wir sie, liebe User unter der Rubrik: Grüße aus Colorado Springs daran teilhaben lassen.

Grüße aus Colorado Springs - 12. Januar 2012

Hallo Frau Kunert,

hier ist in den letzten Tagen viel passiert. Es war mein Geburtstag und natürlich Heilig Abend und Weihnachten.
Wir hatten ein weißes Weihnachtsfest in Colorado. Die meisten Amerikaner haben entweder einen Truck mit Reifen, die vieles durchhalten oder "normale" Autos, die immer Sommerreifen benutzen. Deswegen war mein Geburtstag schon eine rutschige Angelegenheit.
 

Meine Gastfamilie ist nach Denver gefahren, denn nur da gibt es ein äthiopisches Restaurant. Nachmittag bin ich mit meinen Brüdern einkaufen gewesen, unter anderem in H&M.
Gegen 17 Uhr sind wir zu dem Restaurant gefahren. Dort wartete eine Überraschung auf mich: Meine Freunde warteten schon auf mich!
Am nächstem Tag habe ich die Gutscheine gleich eingelöst und um 16 Uhr sind wir zur Kirche gegangen. Wieder daheim haben wir eine amerikanische Tradition erfüllt: Wir schauten "It's a Womderful Life". Ein alter Schwarz-Weiß-Film, welcher in der Zeit der Großen Depression in den USA spielt.
Weihnachten wird in den USA am 25. Dezember am Morgen gefeiert. So haben wir uns alle gegen 11 Uhr bei meinem Bruder zuhause getroffen. Er hat das Programm übernommen und über die drei weisen Männer geredet. Anschließend haben wir Weihnachtslieder gesungen, unter anderem Stille Nacht in Englisch, Amharisch, und Deutsch.
Dann war es Zeit für die Bescherung:
Unser Hauptteil war der Geheime Weihnachtsmann ("Secret Santa"), wo man einen Namen zieht und nur denjenigen beschenkt. Die meisten haben Gutscheine bekommen, was in den USA sehr üblich ist. Es durfte den Wert von $35 nicht überschreiten.
Alle haben meine deutschen Weihnachtsengel bewundert, jeder hat welche bekommen. Außer mein kleiner großer Bruder Amanu, der Caps liebt und den deutschen Basketballspieler Dirk Nowitzki. Ich hatte vorher noch nie was von ihm gehört! Also hat die Cap von Deutschland bekommen .
Es gab Dresdner Christstollen, denn die amerikanischen waren ausverkauft, als wir einkaufen waren, und die tollen Kekse von meinen Eltern. Alle liebten es!
Dann war es mal wieder Zeit für amerikanische Tradition: Basketball schauen! Dirk Nowitzki hat gespielt, leider haben sie verloren, denn die guten Spieler waren krank.
Der 26. Dezember ist in den USA ein (fast) ganz normaler Tag, genannt: Der Tag nach Weihnachten, "The Day after Christmas". Es ist der drittbeste Tag, um gute Rabatte zu finden. Daher haben die meisten ihre Gutscheine bereits eingelöst.

Das war es auch schon wieder von mir,
allen ein erfolgreiches und frohes Jahr 2012!

Mit lieben Grüßen an die Heimat,
Juliane aus den USA

Grüße aus Colorado Springs - 31. Oktober 2011

Hallo Frau Kunert,

heute erzähle ich von dem Leben hier, an Halloween:

Zuerst einmal, meine Gastmutter ist sehr christlich und daher ein Gegner von Halloween. Da es hier viele Christen gibt, hat man eine abgewandelte Form von Halloween erschaffen: Happy Harvest! (Fröhliche Ernte!).
Am Freitag wurde ein Treffen von einer

 

naheliegenden Kirche veranstaltet, wo ich mit meiner Gastmutter gewesen bin. Es waren circa 200 Leute da, vor allem Kinder. Für diese gab es viele kleine Stände, an denen man etwas gewinnen konnte. Außerdem haben sie Pizza, Kekse, Hot Dogs und ein paar Kleinigkeiten verkauft.
Ich fand am besten, als das beste Kostüm gesucht wurde. Angefangen wurde natürlich mit den Kleinsten. Es gab Marienkäfer, Piraten, Comichelden, Prinzessinnen, Hunde, Kühe, Bienen, Wölfe, Dinosaurier, Kürbisse und vieles mehr.
Am nächsten Tag hat mich ein Freundin, Lucia aus Costa Rica, nach Denver eingeladen, um dort zu einer Halloweenparty mit ihren Freunden zu gehen. Wir hatten auch schon Kostüme gefunden: Sie war Alice aus dem Wunderland und ich eine Puppe, was man nicht unbedingt erkennt...
Auf der Party waren circa 20 Leute und alle waren verkleidet. Diesmal jedoch auch ein wenig anders: Es gab Geisterjäger, Mr. und Ms. Smith, einen Keks, und Hexen.
Als Snacks wurde angeboten: Muffins, Chips und Brownies, und natürlich Augen, abgehackte Finger und Ohren.
Um uns vom Tanzen auszuruhen, haben wir einen "gruseligen" Film geschaut. Für die meisten war es zu langweilig. Diejenigen sind nach draußen (in die Kälte) gegangen und haben Marshmallows gegrillt.
Um 21 Uhr wurden von den Eltern und der ältesten Tochter abgeholt und zusammen sind wir zu einer Familienhalloweenparty gefahren. Dort gab es noch mehr Snacks und es wurde viel getanzt.
Auch in der Schule, da manche Schulen am Montag offen hatten, verkleideten sich einige.
Alles in allem verbinde ich Halloween hier mit Party, verrückten Kostümen und viel zu essen. Am Montag werden noch einige Kinder (auch Teenager) für Süßes oder Saures um die Häuser ziehen.
Die Häuser sind hier wesentlich gruseliger gestaltet. Manche möchte man nicht einmal wirklich betreten.

Liebe Grüße, und ein verspätetes schönes Halloween...
Juliane

Grüße aus Colorado Springs - Oktober 2011

Liebe Grüße aus Colorado Springs!

Ich muss ich mich erst einmal entschuldigen, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe. Doch die ersten zwei Monate in einem fremden Land mit fremden Menschen und einer anderen Sprache ist anstrengend und die Hausaufgaben werde immer mehr. Ich bin wohlbehalten bei meiner Gastmutter angekommen. Wir verstehen uns sehr

 

gut. Mittlerweile kenne ich auch die ganze Familie: Meine große Schwester Jerusalem, Ende 20, ist mit Christopher verheiratet und wohnt in Denver, was zwei Stunden entfernt von Colorado Springs liegt. Mein großer Bruder Amanu wohnt in Fort Collins. An seinem 20. Geburtstag sind wir ihn besuchen gefahren. Er wohnt in einer Wohngemeinschaft. Mein größter Bruder Bemni ist Anfang 30 und mit Wesen verheiratet. Beide studieren Mathematik. Sie wohnen nicht weit von uns entfernt und daher sehen wir sie öfter, mindestens aber sonntags in der Kirche.
Da meine Mutter sehr gläubig ist, gehen wir jeden Sonntag zum Gottesdienst. Dieser findet anderthalb Stunden lang in einer großen Kirche statt. Das ist hier eher ein großes Zentrum mit Schlagzeug, Mikrofonen, Chor und vielem mehr. Samstags gehe ich mit drei Mädchen, die aus Äthiopien adoptiert wurden, in die Jugendkirche. Dort haben wir immer viel Spaß. Meine Schule ist hier wesentlich größer. Wie das an amerikanischen Schulen so üblich ist, steht jeder hinter seiner Schule. Fast jeden Tag gibt es ein Motto oder ein besonders Event. Wir haben viele Sportteams. Ich muss aber leider bis zum Frühling warten, denn da beginnt erst die Fußballsession für Mädchen. Für die anderen Sportarten muss man ein Profi sein, aber das bin ich nicht unbedingt. Bisher war mein bestes Erlebnis das äthiopische Neujahrsfest, denn meine Mutter und die Kinder, mit denen ich in die Jugendkirche gehe, kommen aus Äthiopien. Mir schmeckt besonders das äthiopische Essen und die Tänze und Gesänge sind auch toll. Vielleicht kann ich, wenn ich zurück in Deutschland bin, auch äthiopisch sprechen. Aber sicher nie schreiben, denn dafür gibt es auch andere Buchstaben. Von den Dingen, die man vielleicht auch in Deutschland kennt, ich war im Garden of the Gods, im Broadmoor, auf dem Ballonfestival und in Bishops Castle. Garden of the Gods: Ein Park, der aus Bergen besteht. Diese sind rot oder weiß. Broadmoor: Eine Hotelanlage mit wunderbarem Blick auf die Berge. Ballonfestival: Heißluftballons werden in den Himmel gelassen. Viele verschiedene Modelle, aber dafür muss man schon früh aufstehen- es fängt 6 Uhr morgens an. Bishops Castle: Ein Schloss, was nur von einem Mann und seinen (jungen) Kindern gebaut wurde. Einfach einzigartig.

So, das war es jetzt fürs erste, ich werde mich nach den Ferien regelmäßiger melden. Versprochen!

Einen schönen Tag wünscht euch, Juliane

Grüße aus Colorado Springs - 10. Oktober 2011

Hallo Frau Kunert

ich hoffe, dass es Ihnen gut geht. Nochmals vielen Dank, dass sie mir es ermöglicht haben, hier zu sein.

Außerdem möchte ich mich entschuldigen, dass ich so lange nichts geschrieben habe. Irgendwie passiert einfach zu viel, und jetzt habe ich endlich mal ein wenig Zeit.

Ich werde Ihnen von einem Wochenende berichten, das nur für Stipendiaten von AFS ausgeführt wurde. Es fand vom 23. bis zum 25. September statt in Denver.

Wir waren vier Stipendiaten: Majd aus Palästina und May aus dem Libanon, welche mit YES hier sind, Karen Kenia, die taubstumm ist und ich.

Am Freitag sind wir im Gericht und in einer Synagoge gewesen.

Im Gericht haben wir eine Reihe von Verfahren verfolgt und hatten anschließend ein persönliches Gespräch mit dem Richter, der uns alle Fragen beantwortet hat.

Ich war überrascht, dass es hier eine Jury, die aus normalen Leuten besteht, mehr Macht hat als der Richter. Sie kann den Angeklagten freisprechen.

Außerdem sind Beweismittel nicht annehmbar, wenn sie ohne richterlichen Beschluss gefunden wurden sind.

Zum Schluss haben wir noch eine richtige Verhandlung verfolgt, wo der Angeklagte aber freigesprochen wurde.

Die Zeit in der Synagoge war für mich das Interessanteste. Zuerst haben wir an dem jüdischen Gottesdienst teilgenommen. Es war eine ganz andere Welt, aber sehr faszinierend.

Am 28. September fängt für die Juden ein neues Jahr an, somit war das der letzte Gottesdienst in diesem Jahr. Daher gab es anschließend ein paar Kleinigkeiten zu essen. Diese Gelegenheit habe ich genutzt und mich neben Elliot, eine jüdische junge Erwachsene, gesetzt. Wir haben uns gut unterhalten. Danach hat sie uns mit der Helferin vom Rabbi die Thora gezeigt und noch ein paar Fragen beantwortet.

Am nächsten Tag sind wir nach Urban Peak gefahren, einem Wohnheim für obdachlose Jugendliche. Dort können wir für einige Wochen bleiben. Es gibt zwei Schlafzimmer mit je 18 Betten - eines für Jungen und eines für Mädchen.

Wenn dieser Platz nicht ausreicht, wird noch Platz im Fernsehraum und in der Cafeteria gemacht, was oft im Winter vorkommt.

Wir haben für die Jugendlichen Mittagessen gekocht, wobei wir viel Spaß hatten. Anschließend haben wir mit ihnen zusammen gegessen.

Alles in allem war das Wochenende eine tolle Zeit!
Danke!

Ich melde mich bald wieder,
Juliane

Grüße aus Colorado Springs - 23. August 2011

Hey Guys

Ich bin wohlbehalten nach 11 h Flug von Frankfurt in Los Angeles angekommen. Um 2 Uhr nach deutscher Zeit, um 7 Uhr war ich im Hotel, bereit zum Schlafen. Nach Ortszeit war es erst 22 Uhr. Um 6 Uhr klingelte dann der Weckservice am Telefon.
Mit einer Stunde Verspätung ging es dann 11:25 Uhr nach Denver, mit einem wackeligen Flugzeug... Den ersten Flug fand ich wesentlich besser!!!

Jetzt bin ich bei einer echt netten Frau, morgen findet hier dann das Willkommenstreffen statt. Ich hab nur noch einen Deutschen bei mir, ansonsten derzeit welche aus Costa Rica, Schweiz, Niederlande und Frankreich. Es fehlen aber noch einige, die erst später ankommen.

Morgen Nachmittag werde ich von meiner Gastmutter abgeholt. Ich habe eben eine kennengelernt, die mit ihr zusammen arbeitet und jemanden, der in Colorado Springs wohnt.

Ich melde mich bald wieder,

Liebe Grüße