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Politik - Abgeordneten-Telegramm

25.07.2010 – Berlin - Abgeordneten-Telegramm 138

Notwendiger Klimawandel bei der Bahn


Dieser Sommer ist heiß, sehr heiß! Und wer in diesen Tagen mit dem Zug unterwegs war bzw. ist, muss sich auf ein ungewöhnliches „Wellnessprogramm“ der Bahn einstellen.

Im Zug ICE Typ II fallen regelmäßig die Klimaanlagen aus. Das Zugpersonal reagiert spät bis gar nicht…und vor kurzem informierten Fahrgäste eines solchen ICE die Stendaler Feuerwehr und Notärzte aus dem Zug heraus, weil sie wegen der hohen Temperaturen im Zug Angst um ihre Gesundheit bzw. ihr Leben hatten.

Bahnchef Grube allerdings sieht die Ursachen dieser lebensgefährlichen Pannen im Klimawandel oder bei der Industrie, die nicht die Züge liefere, die bezahlt werden. Bahnchef Grube beharrt sogar darauf, dass die Klimaanlagen dieser ICE- Reihe bislang völlig unauffällig waren!

Interne Wartungsprotokolle der Bahn allerdings widerlegen seine Aussagen: z.B. sind im August 2008 durchschnittlich sieben Anlagen täglich ausgefallen!

Obwohl die Bahn also seit Jahren um die Anfälligkeit der Klimaanlagen weiß, beginnt erst jetzt die Fehlersuche, bei der die Bahn inzwischen andere Bauteile verantwortlich macht.  In der Chefetage bei der Bahn hatte man nur den Börsengang im Blick,  eine kostenintensive Wartung der Klimaanlagen hätte  den Gewinn geschmälert. Nach mir vorliegenden Informationen ist insbesondere die Stromzufuhr unzureichend, so dass die Klimaanlagen regelmäßig abgeschaltet werden, damit andere Systeme laufen können. Die zentrale Frage lautet also, warum die Bahn sich trotz jahrelanger interner Hinweise auf die Defizite bei den Klimaanlagen nicht bewegt hat!?

Die Bahn geht grob fahrlässig mit der Gesundheit und dem Leben ihrer Fahrgäste um, mit den Fahrgästen, die immer teurere Preise zahlen müssen und einen schlechteren Service dafür erhalten!

Ich denke dabei an die vielen Pendlerinnen und Pendler, die täglich zur Arbeit fahren und keine Ausweichmöglichkeit haben. Ich treffe viele von ihnen auf meinem Weg nach Berlin, wenn ich in den Bundestag muss.



Ihre Katrin Kunert
Fraktion Die LINKE im Bundestag

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