Politik - Abgeordneten-Telegramm

Katrin Kunert
Kommunal- und sportpolitische Sprecherin der Fraktion DIE
LINKE.
Geboren am 06.04.1964, Beruf: Diplom-Ingenieur (FH)
Landesliste Sachsen-Anhalt - Wahlkreis 66 Altmark
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04.05.2008 – Berlin - Abgeordneten-Telegramm XXIV LebensmittelpreiseIm Volksmund heißt es, "dass die Bauern schon mit einem Stein auf der Brust geboren wurden..." Dieser etwas saloppe Satz birgt viel Streitpotential in sich. Kommt man mit den Kolleginnen und Kollegen Bauern ins Gespräch, scheinen sie meist zu klagen... Aber zu recht, schließlich gibt es kaum einen anderen Berufsstand, der mit Bedingungen zurecht kommen muss, die niemand beeinflussen kann. Das Wetter entscheidet, wie gut die Ernte ausfällt oder Krankheiten gefährden die Milch- und Fleischproduktion. Und zunehmend wird die Politik zum Schicksal für den Berufsstand. 10 000 Stücken Butter sind in der letzten Woche von Bauern in Sachsen- Anhalt verteilt worden. Symbolisch, weil sie so auf die Preisentwicklung gerade bei der Milch aufmerksam machen wollten. Nach langer Stagnation waren die Milchpreise im vergangenen Jahr gestiegen. Jetzt ist der Erzeugerpreis pro Liter Milch von 40 Cent auf unter 30 Cent gefallen. Während sich Energie und Futter ständig verteuern, ist keine kostendeckende Milchproduktion mehr möglich. Das Gleichgewicht zwischen kostendeckender Produktion und bezahlbaren Produkten ist nicht mehr gegeben. Die LINKE hat die in der EU beschlossene Erhöhung der Milchquote abgelehnt, weil sie zu einem höheren Preisdruck führt. Wenn der Konsum zurückgeht und die Quote erhöht wird, führt dies zum Preisverfall. Davon profitieren die Discounter wie LIDL oder ALDI, die dies sehr schnell genutzt haben. Insofern sind die Proteste vor diesen Märkten sehr zielgenau... Die Bundesregierung muss Regelungen zum Verbot des Verkaufs
unter Einstiegspreisen prüfen! Die Kartellbehörde
muss eingeschaltet werden! Eine nachhaltige Wertschöpfung im ländlichen Raum kann nur unter fairen Bedingungen funktionieren, aber dafür muss Politik auch etwas tun! Und wenn wir demnächst vor dem Milch- oder Butterregal
im Markt stehen, denken wir doch mal an die Bäuerinnen
und Bauern.... Ihre Katrin Kunert |




