Für eine neue soziale Idee.

Politik - Abgeordneten-Telegramm

 Katrin Kunert

Katrin Kunert

Kommunal- und sportpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE.
Geboren am 06.04.1964, Beruf: Diplom-Ingenieur (FH)
Landesliste Sachsen-Anhalt - Wahlkreis 66 Altmark

 

 

06.07.2008 – Berlin - Abgeordneten-Telegramm XXXII

Gleichberechtigung

In der vergangenen Woche jährte sich zum 50. Mal das Inkrafttreten des Gesetzes zur Gleichberechtigung von Mann und Frau. Rechte der Frauen wurden im Familien-, Ehe- und Vermögensrecht erweitert und im BGB verankert.

Für ostdeutsche Frauen ist dies nun wahrlich kein historischer Tag, denn zu dieser Zeit setzte die Familienpolitik der DDR schon längst auf die Erwerbsintegration von Frauen, keine Frau war materiell von ihrem/ einem Mann abhängig.
Mit dem in der BRD 1958 eingeführten Gleichberechtigungsgesetz erhielten Frauen erstmals das Recht auf Erwerbstätigkeit, zumindest solange "dies mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar" war.

Heute stellt sich die Arbeitswelt der Frauen wie folgt dar: Frauen erhalten in der Bundesrepublik durchschnittlich 22% weniger Lohn als Männer; zwei Drittel der Vollzeitbeschäftigten im Niedriglohnbereich sind Frauen, das wirkt sich auf die soziale Sicherung im Alter aus, Niedrigrenten und Altersarmut drohen; derzeit sind mind. 3,5 Mio Frauen geringfügig beschäftigt....

Also Gleichberechtigung sieht anders aus! Ich finde die Forderung "Gleicher Lohn für alle" muss endlich gekoppelt an einen gesetzlichen Mindestlohn mit Leben erfüllt werden! Frankreich hat unter einer konservativen Regierung den Mindestlohn auf 8,71 Euro erhöht!!

Eine eigenständige Alterssicherung für Frauen, eine familienfreundliche Arbeitswelt und eine Verkürzung der Arbeitszeit für Vollzeitbeschäftigte würden aus meiner Sicht die Gleichberechtigung in Deutschland wieder in ein Gleichgewicht bringen.

Denn 78% vom Lohn des Mannes sind 22% zu wenig!

Ihre Katrin Kunert
Fraktion Die LINKE im Bundestag

 

Abgeordneten-Telegramm

Gleichberechtigung